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Die alte Mühle, Graufthal, Eschbourg, Elsass, Region Grand Est

Veröffentlicht am 20.07.2020

und: eine zu kurze Geschichte des Impfens

 

Nachdem wir zweimal im Schwarzwald ein Wochenende verbracht haben, wollten wir nun in das Elsass. Moderne französische Küche ist vielleicht eine neue Erfahrung wert, da ich vor 6 Jahren bei einem Frankreichaufenthalt die Küche als etwas unattraktiv und überschätzt erlebt hatte.

Die erste Überraschung für den Halbpensionsgast, und ein Unterschied ist, es gab nur ein Menü zur Auswahl, 3 Gänge, am Samstag 4, wieder ein Überraschungsmenü! Mein Bedingung: Keine Innereien wurde erfüllt.

Eine reichhaltige Weinkarte, wir ließen uns einen Wein empfehlen (ca. 40 €), und haben es etwas bereut: Trocken ist wohl nicht leicht zu übersetzen - "brute" bzw. "sec" - oder die Geschmäcker sind etwas verschieden. Trotzdem trinkbar, aber irgendwie an ein Frucht-Bonbon erinnernd.

Der erste Gruß aus der Küche waren zwei kleine panierte "Fingerhüte", in dem einen befand sich Gemüse: gut, in dem anderen ein Stück Wurst. Großes Hallo! Danach gab es etwas Panna-Cotta-Artiges, das schmeckte wie die Tapetenfarbe in meiner Wohnung. Das mag den einen oder die andere schockieren, aber wenn man bedenkt, was in den Baumärkten los ist, muss dabei auch etwas Sinnliches sein. Man konnte es essen, es lief eben alles unter originell. Der Fisch dann erfreulicherweise eher konventionell.

Am nächsten Tag gab es die gleichen zwei Starter. Wir schauten etwas betreten uns an, dann aber stieg das Niveau deutlich mit Rote-Beete, Meerrettich auf Thunfisch. Usw. Man konnte mit dem Essen insgesamt durchaus zufrieden sein.- In der Wein-Karte gab es auf der ersten Seite eine No-Name-Liste, nur die Region war klar, und sie waren günstiger. Warum nicht noch mehr Überraschung? Und tatsächlich der Weißwein war um mindesten ein Drittel billiger, passte gut zu dem Essen und dominierte nichts, d.h verklebte auch die Zunge nicht.

Die Gegend ist ideal zum Wandern, sehr einsam, nur aus der Ferne hört man manchmal die Motorsägen, aber damit man die Ruhe auch richtig genießen kann, bimmelt alle 1/4 Stunde die nahe gelegene Kirche, und damit man auch nachts weiß, wem die Stunde schlägt, natürlich auch dann. Am Bett gab es trotzdem noch eine Uhr mit Wecker, den vermutlich ein etwas unzufriedener Gast, der vorher in unserem Zimmer logierte, auf 2 Uhr nachts gestellt hatte. Merke: immer alle Uhren im Hotelzimmer kontrollieren und nach der nächsten Kirche fragen!

Die Einrichtung sehr nett, die Dame meinte, mein rotes T-Shirt würde hervorragend zum Rollo im Speisesaal und der Gardine passen!

Das mit der bescheidenen Auswahl scheint es in Frankreich öfters zu geben. Auf der Rückfahrt (Pfaffenhofen) landeten wir ein einem Lokal, das sehr gut in einen Slow-Foot(!)-Führer passen würde, da der uns zugewiesene Kellner, er sprach deutsch, vermutlich schon über 80 Jahre alt war, sehr nett, keine Frage, aber das Essen - offiziell zwei Gänge - ein paar Stunden (ca. 2) dauert. Es gab hier wieder ein (1) Menü zur "Auswahl", man konnte aber auch Gänge weglassen, die dann aber trotzdem kamen. Die Innereien konnten wir abwehren, immerhin war das Menü dafür deutlich "günstiger".

Die Gegend ist also für manche Überraschung gut. Aber unsere Schwarzwald-Hotels und Restaurants waren doch noch besser. Wir werden aber trotzdem wieder hin fahren...

 

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Meine kurze Lektüre dort bestand aus einem FAZ Artikel von Prof. Robert Jütte "Eine kurze Geschichte des Impfens". Der ist zu Anfang nicht unbedingt etwas einseitig, das wird er erst gegen Ende hin, wenn er ein Loblied auf die Gates-Stiftung anstimmt. Da fehlt denn auch der kritische Teil etwa zu deren Impfbemühungen in der 3.Welt. Wenn Herr Jütte ein bürgerlicher Demokrat sein möchte, dann sollte er vor Königsthronen - und die heutigen "Könige" übertrumpfen mit ihrem Reichtum noch die alten - etwas kritischer sein, sonst liest sich das wie ein Bewerbungsschreiben für diese Stiftung. Vielleicht lag es auch an der FAZ, wo das Maß an sozialer Durchdringung (Dialektisierung) eines Themas doch seine natürliche Grenze hat: an der Frage des Eigentums.

 

Wer das anhören möchte:

https://www.youtube.com/watch?v=W8Kw_BvRELI

 

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