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Neue Ausflüge in den Schwarzwald

Veröffentlicht am 17.06.2021

Hotel Dorer in Schönwald, Schwarzwald

Das Hotel Dorer in Schönwald, Schwarzwald, ist eines von zwei möglichen Hotels in dieser kleinen Gemeinde. An den Skiliften und Loipenhinweisen erkennt man auch im Sommer, dass im Winter hier Betrieb ist. Schnee vorausgesetzt. Wir waren freilich in üblicherweise schneefreier Zeit (Juni) dort und haben das kleinere Hotel gewählt. Äußerlich betrachtet auch weniger "Design", weniger Zeitgeist-Mode.

Schnelltest unter Beobachtung muss sein, erfreulicherweise bestand ich auch diesen Test. Das mag einer der Gründe sein, dass es so wenig Gäste gibt, am Sonntag Abend sind wir dann ganz alleine. Das hat freilich der Qualität des Essens keinen Abbruch getan, genauso wenig wie dem freundlichen Service der Wirtin, die von morgens bis abends unaufdringlich präsent ist.

Ein Vorteil kleiner Häuser: es gibt Filterkaffee in einer Kanne, kein Self-Service-Kaffeeautomat. (Ein Unwort: Self-Service). Nachteil: Musik, ein Radiosender. Wir haben uns darüber nicht beschwert, sicher hätten sie den Dudelfunk sonst abgestellt. (Für die Soziologie-Studentin: je weniger Leute desto mehr Musik und mitunter lauter im Frühstücksraum?)

Essen vorzüglich, die Auswahl ist aber beim abendlichen Menü zwischen Fisch und Fleisch, vegetarisch fehlt noch. Sieht man die vielen verschiedenen Kühe und andere Tiere auf den Wiesen, ist freilich klar, dass das (noch) keine Gegend für Vegetarier oder gar Veganer ist. Das störte uns aber kurzfristig nicht weiter. Das Menü besteht aus 4-5 Gängen, eine Käseauswahl kann vor dem Nachtisch eingeschoben werden. Die Menge ist ausreichend, das Tempo verhandelbar, die Qualität, wie geschrieben, gut. Dabei ist noch so viel auf dem Teller, dass man das Gewünschte identifizieren kann, ohne lange Erklärung und Suchhilfe. Manches ist ganz originell, wofür der italienische Koch steht, der sich auch kurz vorstellte, aber uns in dankenswerter Weise nicht zu formeller Konversation nötigte.

Die Einrichtung ist etwas speziell, aber ich habe keinen "INRI" gesehen und keine Bibel in der Nachttischschublade, was einen Atheisten freut. Wir hatten ein großer Zimmer unterm Dach, die Schräge über dem Bett war hoch genug, so dass es kein Zusammentreffen gab. Die weitere Aussicht wird leider verbaut, man sieht einen Dorfausschnitt, ein neues großes Haus und etwas Wald. Aber kein direktes Gegenüber. Himmlisch ist, das muss betont werden, die Ruhe dort. Selten so eine Stille genossen, die Kirche ist weit genug entfernt, damit ihr nerviges Gebimmel in erträglich ferne Töne übergeht. (Hier bleiben Aufgaben...)

Die Einrichtung ist etwas hölzern, leider ist der kleine Schreibtisch eher Deko, man bekommt seine Füße nicht darunter; ein Schwachpunkt in vielen Hotels. Es scheint, die Leute liegen entweder im Bett oder faul im Sessel fern sehend (statt "fern" könnte man auch bunte Bilder sehend schreiben), das konzentrierte Lesen und etwas (geistig) Arbeiten im Urlaub ist ganz aus der Mode.

Wandern, das war das Ziel, kann man hier ganz gut; auch wenn unser alter Wanderführer (ca. 20 Jahre) die neuesten Bauwerken und nötigen Umgehungen nicht voraussehen konnte. Aber das sind Kleinigkeiten; die meiste Zeit ist mal allein im Wald, wenige Ausflugslokale sind überlaufen, andere warten noch auf Besucher. Die Donauquelle, bzw. was daraus gemacht wurde, ein Witz.

Ebenfalls ein gutes Zeichen ist vielleicht, dass die beiden Paare, die am Samstag Abend hier speisen, Franzosen sind, die extra hierher fahren.

Wein nicht schlecht, wie sind gerade dabei den Arneis (Piemont) zu entdecken und erfreulicherweise gab es gleich auf Platz eins der Weinkarte einen.

 

Das heiter beschwingte Gefühl hat uns auf der Rückfahrt einen explodierenden Reifen beschert, der die zarte Berührung mit der Bordsteinkante übel nahm. Ein Lastwagen brauchte zu viel Platz. Hier war nun erstaunlich die große Hilfsbereitschaft der Vorbeikommenden oder -fahrenden. Erleichtert ist, wer einen Ersatzreifen findet...

 

 

 

 

https://www.hotel-dorer.de/

 

PS: Lektüretipp und Begründung für einen Urlaub vom herrschenden C-Wahnsinn

 

https://www.nachdenkseiten.de/?p=73386

 

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