Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

update aus der Vergangenheit

Veröffentlicht am 12.06.2024

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 geht es nur mir so, dass, wenn ich bestimmte Analysen, sei es zum 1. Weltkrieg oder zur Zwischenkriegszeit, lese, das Gefühl habe, man muss nur ein paar Begriffe austauschen, dann würde das doch gut in eine Beschreibung der gegenwärtigen Situation passen.

 Man muss um den Zitaten (Beschreibungen, Analysen) neue Aktualität zu verleihen, nur ein paar Wörter austauschen, die den veränderten politischen Bedingungen entsprechen, z.B. ist das britische Weltreich durch das der USA zu ersetzen:

 1. „Sowjetrußland als Zentrum, um das sich notwendigerweise die gesamten antiimperialistischen Bewegungen gruppieren müssen, ist bei der Struktur des englischen Weltreichs, damit notwendigerweise der Todfeind Englands.‟

Ich aktualisiere:

„Rußland als Zentrum, um das sich notwendigerweise die gesamten antiimperialistischen Bewegungen gruppieren müssen [China wäre hier auch zu nennen], ist bei der Struktur des US-Weltreichs, damit notwendigerweise der Todfeind der USA.‟

- Nichts Neues!

2. „Und wodurch könnte das deutsche Kapital sein Ziel besser erreichen, z.B. eine für den Imperialismus notwendige größere Heeresmacht zu erlangen, als dadurch, daß es diese Heeresmacht in den Dienst der antisowjetischen Politik zu stellen bereit ist?‟

Braucht man nur antisowjetisch durch antirussisch ersetzen.

 3. „Doch es ist nicht nur der Besitz von Kolonien, der die kapitalistischen Länder zu imperialistischen macht. Kolonialbesitz hat es schon vor dem Imperialismus gegeben. Aber das grenzenlose Streben nach immer neuen Gebieten, die monopolistische Rohstoff- und Anlagegebiete für die großen finanzkapitalistischen Trusts darstellen, ist es, das den Kolonialbesitz und den Kampf um Kolonien, den Deutschland heute wieder aufgenommen hat, zu einem imperialistischen Kampf macht.‟

Hier sollte man bedenken, dass Deutschland auch eine Art von subtilem Krieg gegen die Ukraine führt, dessen Ziel man eine moderne Form der ursprünglichen Akkumulation nennen könnte. Das Land wird von störenden jungen Männer „befreit‟, versinkt in einer Schuldenfalle, und, egal wer gewinnt, das Land und seine Bodenschätze werden hinterher nicht mehr den Ukrainern gehören. Selbst wenn wir im Märchenland lebten und sie gegen Russland gewinnen, wird die dt. Bourgeoisie auf der Siegerstraße mitziehen und sich sein Stück vom Kuchen holen, auf das sie seit über hundert Jahren so großen Appetit haben. Für das imperialistische Deutschland eine Win-Win-Situation, solange es den Bogen nicht überspannt, und wir in einen Dritten Weltkrieg geraten. Das ist beim Charakter unser Bourgeoisie und ihrer Satrapen aber nicht sicher. Durchaus möglich, dass sie gleich mit der verbrannten Erde beginnen.

 4. Und hier zum Schluss, da muss man gar nichts aktualisieren:

„...weil der deutsche Imperialismus mit Hilfe der Sozialdemokratie es ausgezeichnet verstanden hat, seinen imperialistischen Charakter zu verstecken.‟

„dass die Außenpolitik imperialistischen Charakter hat, gleichzeitig aber geeignet ist, sich hinter nationalen freiheitlichen Phrasen zu verstecken.‟

 

Quelle: Sorge, Richard: Der neue deutsche Imperialismus. Mit einem Vorwort von Jürgen Kuczynski. Dietz Berlin 1988

 

PS: Sigmar Gabriel (Deutsche Bank u.a., SPD), lese ich, will Härte gegen Russland: "Es braucht das klare Signal an Putin: Stoppe diesen Krieg – oder wir tragen ihn zu dir". Er ist eben in besonderer Weise den Aufgaben und Zielen der zeitengewendeten SPD angepasst. Auch hier: alte Tradition von 1914 ff.

 

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?