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Zusatzleistung Männergesundheit

Veröffentlicht am 18.07.2023

Schockstrategie

Meine regelmäßige Kontrolluntersuchung wg. gutartiger Prostatavergrößerung hat sich leider als echtes Schockprogramm herausgestellt.

Gleich bei der Anmeldung drückte mir die freundliche Sprechstundenhilfe einen Zettel in die Hand, ich solle sagen, was ich wolle, könnte das aber auch gerne mit dem Arzt besprechen.

Was sie mir in die Hand drückte waren eine Art Prospekt und ein Zettel. Auf dem Zettel stand "Unsere Leistungen: IGEL für den Mann" und die "Zusatzleistung Männergesundheit".

Ja, die Gesundheit ist eine Zusatzleistung!

Es werden zwei Pakete angeboten. Paket 1 ist ungefähr, was bisher umsonst war: Fragen zur medizinischen Vorgeschichte, Ultraschall und Urinuntersuchung. Dazu kommt der PSA Test. Das Paket kostet 114,10 €.

Will man dazu so Sachen wie Blutdruck und Pulsmessung, Ultraschall auch für die Nieren und Prostata, BMI, Hormonstatus, also durchaus Dinge, die man nicht braucht, aber "Sicherheit" vermitteln, dann ist man gleich bei 217,02 €!

Das ist wie im guten Lokal. Man kann zwischen 2 Menüs wählen oder sucht sich auf der Speisekarte selber was zusammen.

Z.B.: PSA-Bestimmung 23,31, Ultraschall 58,97 € usw.

Also ist es wie beim Zahnarzt: Der warme Händedruck ist umsonst, dann sollte man seine Bank-Karte zücken. Natürlich wurde vorsorglich gleich am Ende der Behandlung kassiert!

Während die Hälfte der Zeit beim Zahnarzt darauf vergeht, dass er mir die Zahnreinigung aufschwatzt mit großem (geschulten?) Können, versucht mir dann die Frau, die diese durchführt, klarzumachen, dass einmal im Jahr nichts nutzt, weil sich die Bakterien schnell (3 Monate!) vermehren, also 4 mal im Jahr wäre schon besser... Die Kasse zahlt hier 60 €, es kostet aber 120.

Nun ist es beim Urologen auch so: Händedruck ist frei, dann sollte man die "Speisekarte" im Kopf haben.

 Schon klar, dass ich keine dieser Berliner Regierungsparteien und ihre Pseudo-Opposition wählbar oder auch nur ertragbar halte. Sie zerstören nicht nur nachhaltig (Uran) die Ukraine, sondern auch unser Land.

 Danach hatte ich ein Interview mit einem jungen Psychologen; ich hatte mich leichtsinnigerweise als Versuchskaninchen bereit erklärt, man will den jungen Nachwuchswissenschaftlern ja helfen. Das passende Thema: Krisenprävention. Aber wie soll man diese Krise verhindern? Dazu wüsste ich nur ein Mittel, das heißt Klassenkampf, wozu freilich meine Gewerkschaft nicht so recht Lust darauf hat, weswegen ich nun lieber keine mehr will, als eine, die man eher als palliativ beschreiben kann. Oder verteilt die Sedativa?

 Wie auch immer? Marx ist aktueller denn je! Aber wer studiert ihn, wer lernt von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht den Kampf gegen Imperialismus, Massenverarmung und Krieg?

 

PS: dazu passend der Bericht: Sterberisiko steigt bei längerer Lebensarbeitszeit, Geringverdiener besonders betroffen. In den Nachdenkseiten: https://www.nachdenkseiten.de/?p=101226#h09

 

Karl Kraus: »Die Aufgabe der Religion, die Menschheit zu trösten, die zum Galgen geht, die Aufgabe der Politik, sie lebensüberdrüssig zu machen, die Aufgabe der Humanität, ihr die Galgenfrist abzukürzen und gleich die Henkersmahlzeit zu vergiften!«

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Was ich mir als Lektüre zum Thema besorgt habe:

Barbara Ehrenreich: Angst vor dem Absturz. Das Dilemma der Mittelklasse. München 1992

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