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Zoo Palast

Geht man ins Kino – TRON: Ares – in Berlin, kommt man schwerhöriger heraus als man hinein geht. Fast über den ganzen Film hin laute, harte Musik (»Beats«) , die darüber hinweg täuschen soll, dass das verarmte Gefühl es hier mit viel Lichtblitzen und Effekten zu tun hat, es also viel Licht aber nur wenig Schatten gibt. Tiefe ist ein Fremdwort. Das Wort »Gedanke« ist unverständlich bzw. unverkäuflich geworden.

Alles extrem oberflächlich und der neueste Trick, uns die KI zu »verkaufen«, indem sie weder (an sich) gut noch böse ist, sondern mal so mal so. Es gibt einen der KI, der Oberste (Security), der denkt nach und entwickelt Gefühle, und dann die Unteren, die Bösen, die aber auch nur Befehle ausführen, ohne viel zu denken, also wie bei uns die vielen. (Wer denkt da an die Polizei?). Wobei unklar ist, wer weniger »denkt«, die politische »Elite« oder die von ihr in die Irre geführten, auf die der Abgrund folgt. (Der Aufsichtsrat kommt etwas zu kurz!)

Zum Schluss das happy end, der Konzern mit seiner Chefin, die Gutes tut, gewinnt. Spätestens jetzt wird klar, dass wir in der reaktionärsten Märchenstube gelandet sind.

Anschließend beim Chinesen erfahren wir, dass dieser seine Mannschaft in dem Lokal ausgewechselt hat, sie waren nicht fleißig genug. Wer einen Konzern lenken will, sollte keine Schwäche zeigen, höchstens solche Filme produzieren (lassen).

Vorgeschichte

»Solange der eine vor Arbeit vergeht, indes der andere sich dem Müßiggang hingibt und alles im Überfluß besitzt, besteht Gewaltherrschaft. Niemand konnte, ohne ein Verbrechen zu begehen, Land oder Werkstätten sich zu eigen machen. In der wahren Gesellschaft darf es weder Reiche noch Arme geben.«*

»In den rauchigen Kellerschenken in Saint-Antoine ertönte Tanzmusik statt der Jakobinerreden.«*

»… und in Paris gab es weit mehr Hungernde als Tanzende. Aber der Hunger ist stumm, die Musikanten aber haben Trommeln und Trompeten.«*

  • Ehrenburg, Ilja: Die Verschwörung der Gleichen. Das Leben des Gracchus Babeuf. Malik Verlag, Berlin, 1929