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Theater

Grand Finale


Theater Basel, Anfang März 2026

Hat man in Basel zu tun, und einen Eindruck von der Macht und Herrlichkeit der chemischen und pharmazeutischen Industrie (Novartis Campus) bekommen, denman so zusammenfassen könnte: der einen Leid ist der anderen Freud (Geschäft), dann steht einem doch der Sinn nach einem entspannten Abend.

Im Basler Theater gibt es Musiktheater dazu passend: Grand Finale (Musical), ein neues Stück!

Ungewöhnlich für eine Musical aber passend zum Thema, siehe oben, ist das Motiv des Abends: der Tod bzw. der Wunsch kurz davor, aber danach als Geist aus dem »Zwischenreich« noch artikuliert. Ist das nicht ein Thema für die Tränendrüsen, jenes häufig missbrauchte Lachen unter Tränen, oder eben eine Gefühlsachterbahn für die schwächlich Empfindenden, die sich statt in den vielen Arzt- und sonstigen Serien mal etwas erhabene Kultur in kultivierter Dosis abholen wollen? Darüber hinaus geht es doch auch um den guten Zweck, das Theater im Theater ruft um (finanzielle) Hilfe!* Ein bisschen Realismus? Uns war versprochen worden, die zweite Hälfte wäre besser als die erste, also bleiben, zumal die Pausenbewirtung in Basel nicht schlecht ist, und der offene Raum im Theater ist eine schöne Idee, solange das harte Elend nur vor der Türe übernachtet.

Es wird kein Ohrwurm daraus, eher ein Schwindel, wenn man gefühlt zum fünften Mal das Lied vom wilden Leben hört, das die Protagonistin des Theaters singt.- Also die Musik wird nicht bleiben, und auch die Bekehrung des Bösewichts im Stück, der an einen AfD-Bürgermeister erinnert, lässt einen ratlos zurück. Zumal diese das Theater nicht schließen wird, sondern sie wollen ein anderes. Nun ist die Feier des alten Theaters mehr Flitter und Lametta denn wirklicher Glanz, und ganz sicher nicht der demokratischen Kultur, auch wenn sie sich irrtümlich dafür halten mag, aber das ist nur ein PR-Gag; die Wandlung des »Feindes« also gänzlich unmotiviert, wobei es zugegeben auf den Brettern die nicht immer die Welt bedeuten, sondern diese eher vernageln, egal, was bleibt, wird nicht immer das sein, das dieses verdient. Zumindest war es an diesem Abend so unser Eindruck.

Eine sentimentale Schnulze, fertig! Damit hat sich Basel keinen Gefallen getan, eher mutlos, und recht zu Freude der vielen Schüler, die das ansehen mussten.

* Das ist das einzig Subversive in diesem Stück; das Geld zur Rettung und Wunscherfüllung stammt aus einem Bankraub. Welche Einsicht in der Schweiz, was hätte man daraus machen können!

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